Ich fühle mich ein bisschen wie Lisa Simpson in “Verdummt Lisa?”. Die Simpson-Gene sorgen laut Grampa dafür, dass jedes Mitglied der Familie früher oder später verblödet. Lisa will sich beweisen, dass es bei ihr noch nicht so weit ist. Im Museum lässt sie ein Bild auf sich wirken, ist dann aber schwer enttäuscht, als sie merkt, dass der Museumswärter es selbst gemalt hat.
Ich habe Benjamin Leberts neuen Roman “Flug der Pelikane” gelesen, im Bus liegen gelassen und nachgekauft, weil ich wissen wollte, wie er zu Ende geht. Kurz gesagt: Ein gutes Buch. Die Geschichte von Anton und Alcatraz ist schön erzählt und kurzweilig geschrieben, auch wenn sie sicherlich kein Meisterwerk ist. Trotzdem kann ich den Roman guten Gewissens empfehlen.
Heute lese ich dann in der Neon, dass Lebert eine “schriftstellerische Enttäuschung” sei und die Sprache “erschreckend unbeholfen”. Verdumme ich? Sind meine Ansprüche an ein gutes Buch derart gesunken? Weiß ich gut geschriebene Bücher nicht zu würidgen und gebe mich mit “eine[r] Sammlung aller unnötigen Adjektive dieser Welt” zufrieden?
Schade, weil es ein Zeichen unglaublicher Selbstüberschätzung in den letzten Jahren wäre.
Wäre die Neon das Maß aller Dinge in der deutsche Literaturkritik, müsste ich ein bisschen mehr über die Fragen da oben nachdenken. Ist sie aber nicht, weswegen ich mich jetztdoch halbwegs beruhigt José Saramagos “Alle Namen” zuwenden kann. Der ist schließlich Nobelpreisträger.
Achja, was sagt eigentlich Reich-Ranicki zu Lebert?