Dieser Text ist ein leicht überarbeiteter Notizbucheintrag vom 01.03.2011.
Der Morgen fängt gut an, nach viereinhalb Stunden Schlaf stehe ich noch nicht ganz wach, Milchkaffee in der Hand, am Leverkusener Bahnhof und warte auf den RE5 nach Remagen. Ziel meiner Reise ist Heidelberg, in Remagen habe ich eine Umsteigezeit von 38 Minuten. Dann: Für den RE5 wird eine Verspätung von 40 Minuten angezeigt. Pokern, dass der Zug die zwei Minuten noch aufholt? Besser nicht. Also ab in den nächsten Zug nach Köln, wo mir dann mitgeteilt wird, dass Reisende des Nahverkehrs den EC bis Koblenz ohne Aufpreis benutzen können. Ab Remagen bin ich zwar keine Reisende des Nahverkehrs mehr, aber gerade diejenigen, die eh schon für den IC bezahlt haben, sollten auch das Recht haben, den EC bis Koblenz zu nutzen.
In der letzten Zeit hatte ich oft Grund genug, mich über die Bahn aufzuregen, aber das kostenlose “Upgrade” heute war eine kundenfreundliche und zugleich vernünftige Handlung. Außerdem habe ich neulich festgestellt, dass ich eine Bahncard habe, die noch 13 Tage lang gültig ist, was eine Zugfahrt nach Heidelberg sogar einigermaßen bezahlbar macht. Manche Dinge sind eben doch besser als ihr Ruf.
Wenn ich schon beim Thema Interkontinentalflüge nicht mitreden kann, so kann ich jetzt wenigstens behaupten, dass die Sitze im schweizerischen IC-Äquivalent wesentlich bequemer sind als im deutschen Zug. Gleich bin ich schon in Bonn, und das ganz ohne Zwischenhalt. Deutsche Bahn, de temps en temps je t’♥.
Koblenz Hbf, 10:55
Eigentlich sollte ich seit 40 Minuten im IC nach Heidelberg sitzen. Der hat allerdings 50 Minuten Verspätung, weshalb ich am Koblenzer Bahnhof sitze, und überlege, ob ich die Bahn immernoch so gut finde. Und ich Heldin habe zu allem Überfluss auch noch meine Reisetasche im EC vergessen, großartig. Dank Service-Center läuft nun eine bundesweiter Suchauftrag, der ein bisschen sinnlos ist: Erstens weiß ich doch, in welchem Zug meine Tasche unterwegs ist, und zweitens fährt dieser Zug in die Schweiz. Wenn sie erst dort entdeckt wird, weiß natürlich niemand, dass ich nach ihr suche.
Ich habe dann noch ein Verlustformular der SBB ausgefüllt, und tatsächlich kurz darauf die Antwort bekommen, dass meine Tasche in der Schweiz gefunden wurde. Jetzt habe ich sie zurück.