I’m at home, baby! Juni 15, 2011

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OBS 15Herzchen und Tränchen, meine Lieben, Herzchen und Tränchen, aber bevor die Erinnerungen verblassen, wird es Zeit, vom Orange Blossom Special 15 zu berichten. Das OBS ist ein ganz spezielles, wunderbares Festival, das eine Menge Beachtung verdient. Diesjähriges Motto: ” You’re at home baby”, und ja, so fühlt es sich an. Drei großartige Tage!
Als Hommage an das großartigste aller sinnlosen Zeitvertreibsspiele, Phase 10, teile ich das OBS mal eiskalt in zehn Phasen ein.

Phase 1 – Three girls, two tents
Vor zwei Jahren haben wir uns zu dritt ein kleines Iglu-Zelt geteilt. Drei Mädels, Schlafsäcke und entsprechendes Gepäck schaffen eine nette Kuschelatmosphäre, die aber nicht sein muss. Dieses Jahr wurde größeres Geschütz aufgefahren, Iglu-Zelt und ein größeres Zelt im geschmackvollen Design der späten 90er, dafür aber mit zwei Schlafkammern. Luxus, Baby! Aber mehr Zelt bedeutet auch mehr Aufbau. Ich finde, wir haben das einigermaßen problemlos hinbekommen, auch wenn wir dabei unter Beobachtung standen (mehr dazu später, vielleicht).

Phase 2 – Das Kaffeezelt
Nicht wegzudenken! Das Kaffeezelt ist morgendlicher Retter und nachmittäglicher Rückzugsort. “Wer bekommt als nächstes?” – Ich, einen großen Kaffee. Und noch einen. Und einen Erdbeerplunder. Und eine Pizzaschnecke. Nirgendwo lässt sich ein halbes Stündchen zwischen zwei Bands besser bei einer Runde Uno oder Trivial Pursuit verbringen.

Phase 3 – “Guten Morgen, ihr Hübschen!”
Die wenigsten Frauen finden sich morgens nach dem Aufstehen hübsch. Erst recht nicht nach einer ungemütlichen Nacht im Zelt. Wer sich mit noch zerzaustem Haar ein Kompliment abholen will, ist bei der Toilettenfrau an der richtigen Stelle. Anfang 70 und so dermaßen voller Lebensfreude, bewunderswert. Im Laufe der drei Tage haben wir uns schon fast mit ihr angefreundet und wollten uns am letzten Morgen mit Kaffee und Keksen von ihr verabschieden, aber da war sie nicht mehr aufzufinden. Und ihre Web-Adresse hat sie uns auch nicht gegeben.

Phase 4 – Ausflug in die Stadt
Das OBS  findet in Beverungen statt. Beverungen ist das, was man so als “beschaulich” bezeichnet, eine lange Straße (die auch so heißt), ein paar Geschäfte. In einen Kik kann man sich ja auch nur trauen, wenn man in dem Ort niemanden kennt, also ist Beverungen dafür perfekt. 2009 haben wir uns mit Hello-Kitty-Quatsch eingedeckt, was ich auch dieses Jahr wieder gern gemacht hätte. Nur leider hatte der Kik schon zu… Dafür haben wir nette Spaziergänge zu Aldi, Deichmann und einem Ein-Euro-Laden unternommen, auch nett.

Und nun – Musik!

Phase 5 – Die Überraschungsband
Das gibt es auch nicht auf jedem Festival: Alle stehen am ersten Festivalmorgen früh auf, um die für 11 Uhr angekündigte Überraschungsband zu sehen. Eine wirkliche Überraschung waren Washington  nicht, da sie auf der Kompilation drauf waren, aber hach, so eine großartige Band am Vormittag! Schwelgen in Erinnerungen an das OBS vor zwei Jahren, irgendwo zwischen Schwermut und Freude!

Phase 6 – Dan Mangan
Der tolle Kanadier ist die Überraschung des Festivals! Großartig! Singer/Songwriter vom allerallerfeinsten, ich komm aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. Vor dem Festival kannte ich nur “Robots”, was mich schon total begeistert hat. Als ich gelesen habe, dass der gute Mann zum OBS kommt, war die Vorfreude extrem. Wie sagte Rembert, “das Wesen der Attraktion ist die Enttäuschung”? Blödsinn! Dan ist live noch viel gr0ßartiger als auf Platte, aber trotzdem lohnt sich jeder Cent für das Album. Läuft hier in Dauerschleife und wird nicht langweilig. Kaufen, Freunde des Holzfällerindie!

Phase 7 – Young Rebel Set
Dass ich eine Schwäche für Musiker in karierten Hemden habe, ist nun wirklich kein Geheimnis. Doch Young Rebel Set sind nicht nur etwas fürs Auge, sondern auch fürs Ohr. 2010 schon zwei Mal live erlebt, aber aller guten Dinge sind drei, und auch diesmal waren die Engländer verdammt gut. Bei ihrem Gig in Düsseldorf habe ich dem Gitarristen gesagt, er sehe aus wie der junge Morrissey und dass er das als Kompliment auffassen soll. Jetzt habe ich festgestellt, dass er wesentlich besser aussieht als Mozzer, hach. Einen Heiratsantrag hab ich ihm, entgegen meiner Ankündigungen, allerdings doch nicht gemacht.

Phase 8 – Gisbert zu Knyphausen
Gisbert ist ein Mann für bestimmte Stunden. Solche wie jetzt, wenn ich mit einem Glas Weißwein am Computer sitze und mich ein bisschen einsam fühle, wenn die Melancholie in greifbarer Nähe lauert. Aber ist er auch ein Mann für einen Festivalabend? Ja, bedingt. Manchmal kann ich ihn gar nicht aushalten, da ist er mir zu traurig, manchmal passt er perfekt. Live ist er anders, nicht besser, nicht schlechter. Ein paar Songs, bei denen ich mich in Gedanken verliere, ein paar, bei denen er mir auf die Nerven geht. War trotzdem schön, ihn mal live erlebt zu haben.

Phase 9 – Who knew
Ein weiteres Highlight, und ich fahre mit T-Shirt und signiertem Album zurück nach Hause. Die sechs Jungs aus Island verstehen ihr Handwerk, ich bin ganz begeistert von ihrer Musik, die ich spontan gar keiner Richtung zuordnen kann. Reinhören lohnt sich auf jeden Fall! Der Sänger ist so niedlich klein, vielleicht 1,60, aber er schafft es, gute Laute ohne Ende beim Festivalpublikum zu verbreiten. Eine sehr sympathische Band mit tollen T-Shirts mit Eulen-Motiv, dabei ist nicht nur Ellen schwach geworden.

Phase 10 – Thank you Rembert for the great time!
Auch der Rest des Line-Up war, soweit ich das mitbekommen habe, wieder sehr sehr gut, sorgfältig ausgewählt und stimmig. Wunderbar, was Rembert und Co jedes Jahr für musikalische Perlen dort aufspielen lassen, von alten Bekannten über tolle Neuentdeckungen bis zu Bands, die mich persönlich nicht reizen, aber für andere Besucher das Festival ausmachen. Das OBS ist ein ganz besonderer Schatz in der Festivallandschaft, und deswegen noch einmal ein großes Danke an meine tollen Festivalbegleiterinnen, die großartigen Musiker und das OBS-Team :)
Freue mich aufs nächste Jahr!!

 

Lesenswertes on the interwebs Juni 13, 2011

Einsortiert unter: Uncategorized — lenalullaby @ 23:23

The Computer - an incredible machine for avoiding work

An dieser Stelle möchte ich ein paar Dinge zeigen, die ich in der letzten Zeit in den unendlichen Weiten des Internets gefunden habe.

Zunächst ein Projekt, das ich schon länger kenne und immer gespannt verfolge: Wenn ich mich mit Leuten aus anderen Regionen unterhalte, merke ich oft, dass sie Begriffe und Wendungen benutzen, die hier weniger geläufig sind. Heute erst wurde ich (beim Orange Blossom Special, das aber einen langen eigenen Eintrag verdient hat) gefragt, von wo ich eigentlich wegkomme. Weg? Ich kenne nur herkommen. Solchen Sprachunterschieden und -besonderheiten geht die Uni Augsburg in ihrem Atlas zur deutschen Alltagssprache auf den Grund. Das Beste? Man kann selbst mitmachen! Ganz schön praktisch, das Internet.

Wer eher ein Fan der englischen Sprache ist, sollte mal in die Ergebnisse der Dialect Survey der Univeristy of Wisconsin schauen. Der Ansatz ist der gleiche, nur die Sprache ist eine andere.

Ganz neu entdeckt habe ich den Sprachlog, der sich, wer hätte es gedacht, mit Sprache beschäftigt. Lesenwert für alle, die sich für (die deutsche) Sprache interessieren. Keine Angst, es geht nicht um Sprachnörgelei und Sick’sche Überkorrektheit – ganz im Gegenteil. Der Sprachlog ist Teil der Wissenslogs (siehe Navigation), unter denen sich noch andere sehr empfehlenswerte Blogs finden – für fast jede Art von Nerd ist was dabei.

Nach diesem etwas sachlichen Post möchte ich noch ankündigen, dass in den nächsten Tagen ein Bericht vom Orange Blossom Special 15 folgen wird, ich hab gerade noch Herzchen in den Augen und muss die drei Festivaltage erstmal verarbeiten. :)

 

 
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